Hallo Erwartung



Erwartungen führen zu Enttäuschungen


Wünsche - Erwartungen – Forderungen …

… sind in jeder Beziehung vorhanden. Wir haben Wünsche, manchmal auch Erwartungen und gelegentlich fordern wir auch bestimmte Dinge oder Verhalten vom anderen.

Ungesund wird es, wenn wir unsere ganzen Beziehungen davon abhängig machen, was andere Menschen für uns tun.


Wenn wir ständig Erwartungen haben,

· wie die Dinge sein sollen

· wie andere Menschen um uns herum handeln sollten

· so behandelt zu werden, wie wir das wollen

· geliebt zu werden

· Anerkennung zu bekommen

· dass andere unsere Gedanken lesen sollen

· andere Menschen sein sollen, wie wir das wollen

· dass andere Menschen uns glücklich machen sollen

wird es schwierig.


Wünsche - Erwartungen - Forderungen

Wir dürfen alle unsere Wünsche haben, sie sind ganz normal und so unterschiedlich, wie die Menschen selbst. Die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu kennen und zu kommunizieren gehört für mich in jede Art von Beziehung.

Erwarten wir etwas, ist die Enttäuschung groß, wenn es nicht passiert. Für manche Menschen ist das unverständlich, denn sie schließen von sich auf andere. „Selbst würde man es doch tun - also muss der andere das auch tun.“ Gerade sehr hilfsbereite Menschen haben oft hohe Erwartungen an die anderen.

Zu erwarten und zu fordern, dass die anderen die Wünsche und Bedürfnisse erfüllen bedeutet für mich, die Selbstverantwortung abzugeben.

Wenn wir alles erwarten und am Ende nichts bekommen, wird es sehr frustrierend oder sogar verheerende Folgen haben. Viele Erwartungen machen den Menschen einsam, klein und abhängig.


Erwartungen verursachen Enttäuschung, Enttäuschung verursacht Befürchtung, und Befürchtung ist ja wieder Erwartung. Hape Kerkeling


Eine Ausnahme …

Ist das Versprechen!

Verabredungen, Absprachen, Vereinbarungen, Verträgen. Hier gewährleistet die Erfüllung von Erwartungen Augenhöhe. Die „Vertragsparteien“ können erwarten, dass die eingegangenen Absprachen erfüllt werden.

Wer sich verabredet, kann erwarten, dass der andere pünktlich erscheint, die Verabredung einhält oder sich meldet, wenn etwas nicht klappt. Das sind klare Regelungen, „Verträge“ des menschlichen Miteinanders. Hier ist die Erfüllung der Erwartung Respekt dem anderen gegenüber.


Raus aus der Erwartungsfalle

… und rein in ein selbstbestimmtes Leben

In der Erwartung machen wir uns die Welt so, wie wir sie gerne hätten. Wir versuchen, dass sich die Menschen für uns ändern und so sind, wie wir das wollen.

Die Welt ist wie sie ist. Sie richtet sich nicht nach unserer Erwartung. Menschen tun Dinge, weil sie es tun wollen und nicht, weil es jemand erwartet. Und Menschen verändern sich, wenn sie es wollen und nicht für andere.

„Bewegung verändert meine Sicht“

Menschen verändern sich, wenn sie es wollen – Punkt.

Und das gilt für jeden von uns. Statt zu erwarten lohnt es sich, den Blickwinkel zu verändern.

Fragen helfen:

„Gehe ich so mit mir um, wie ich es von anderen erwarte?“

„Was genau sollen die anderen erfüllen, damit ich mich gut fühle?“

„Welches Defizit fühle ich?“

„Was kann ich für mich tun?“


Erwartungen überprüfen

Vor allem Frauen und Mütter haben hohe Erwartungen an den Partner und die Kinder. Diese Erwartungen zu überprüfen ist wichtig. Manchmal ist ein „Beweisen müssen“ der Ursprung für die Erwartungen an Kinder und Partner. Beweisen, dass sie ALLES perfekt hinbekommen. Und weil sie das nicht schaffen, müssen die anderen Familienmitglieder Erwartungen gerecht werden.

Die Männer haben ebenfalls ihre Erwartungen, oft zeigen sie diese über Leistungsanforderungen an sich und ihren Nachwuchs. Auch hier lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit.


Die Ursache liegt in der Vergangenheit. Dort hinschauen und sich lösen, ist ein hilfreicher Schritt in ein selbstbestimmts Leben und eine Entlastung für die anderen.

Nehmen wir den Druck der Erwartung vom anderen, können die anderen auch wieder offen auf uns reagieren.


Reden hilft,

ganz besonders beim Äußern der Wünsche.

Warum nicht die Erwartungen in Wünsche umformulieren und als Ich-Botschaft kommunizieren? So kann jeder sich äußern und gemeinsam Lösungen gefunden werden. Ebenbürtigkeit hat Raum und Platz. Und ist es nicht auch schön, von den Wünschen der anderen zu erfahren?

· Ich wünsche mir …

· Es wäre toll, wenn …

· Ich würde mich freuen …

· Könntest Du bitte …


Auf diesem Weg wird sich das Zusammenleben verändern, wesentlich erleichtern.


Ein Ritual für das Paar - Das Zwiegespräch

· Beide Partner vereinbaren gemeinsam einen Termin, den sie verpflichtend einhalten.

· Die Zeit des Zwiegesprächs liegt nach vorheriger Vereinbarung zwischen 60-90 min.

· Beide bekommen abwechselnd eine bestimmet Redezeit.

· Die Redezeit ist in etwa gleich verteilt. Schweigen gilt als Redezeit.

· Wenn ein Partner spricht, darf der andere Partner nicht unterbrechen.

· Jeder redet ausschließlich über sich und nicht über Andere.

· Es werden mindestens 3 Gespräche vereinbart.

· Keine muss direkt auf den Partner antworten.

· Nur „Ich“-Sätze, keine „Du“-Sätze


Beispielanfänge:

· In meiner Welt …

· Ich wünsche mir …

· In meiner Empfindung …

· Ich fühle …

· Es klang in meinen Ohren …

· Ich spüre in mir …

· Ich habe den Eindruck …

· …


Das Zwiegespräch bringt Austausch und Bewegung. Es führt zu Wachstum und auch zu Stillstand.

Einmal still sein, dem anderen zuhören und die Wünsche wahrnehmen. Stillstehen, und den anderen willkommen heißen - mit all seinen Bedürfnissen und Wünschen. Was nicht bedeutet, die Wünsche gleich zu erfüllen.

Und so kommt es zum Wachsen. Die Annahme wächst genauso, wie Wertschätzung – für sich und den anderen.


Wenn wir unsere Erwartungen verringern, werden wir Zufriedenheit erfahren.

Dalai Lama





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